Silberpreis Shanghai heute
Der Silberpreis an der Shanghai Gold Exchange (SGE) in US-Dollar je Feinunze, verglichen mit dem westlichen Spotpreis. Der Unterschied, der Shanghai-Aufpreis, gilt als Echtzeitindikator für die physische Silbernachfrage in China.
Stand 18. Juli 2026: Der Silberpreis in Shanghai liegt bei 62,53 US-Dollar je Feinunze (umgerechnet rund 54,68 Euro), der westliche Spotpreis bei 55,98 US-Dollar. Daraus ergibt sich ein Shanghai-Aufpreis von 11,70 Prozent. Der Aufpreis entsteht durch Importquoten, starke Industrienachfrage und Kapitalverkehrskontrollen in China; er wird hier fortlaufend aus den SGE-Benchmarkdaten berechnet.
Wie hoch ist der Silberpreis in Shanghai heute?
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| SGE-Spotpreis (Shanghai) | 62,53 USD/oz |
| SGE-Spotpreis in Euro | 54,68 EUR/oz |
| Westlicher Spotpreis (XAG/USD) | 55,98 USD/oz |
| Shanghai-Aufpreis | +11,70 % |
SGE-Benchmark, umgerechnet von Yuan je Kilogramm in US-Dollar je Feinunze; Aktualisierung stündlich während der Handelszeiten in Shanghai.
Was ist der Shanghai-Silberpreis?
Der Shanghai-Silberpreis bezeichnet den Kurs für Silber an der Shanghai Gold Exchange (SGE), Chinas zentralem Spotmarkt für physische Edelmetalle. Anders als an westlichen Terminbörsen wie der COMEX ist an der SGE die physische Lieferung vorgesehen; der Kurs bildet damit die tatsächliche chinesische Nachfrage nach Silber ab. Die SGE arbeitet unter Aufsicht der chinesischen Zentralbank (PBOC) und ist die größte Börse für physische Edelmetalle weltweit.
Die SGE notiert Silber in Yuan je Kilogramm. Für den Vergleich mit dem Weltmarkt wird der Kurs mit dem aktuellen USD/CNY-Wechselkurs in US-Dollar je Feinunze umgerechnet: Preis (USD/oz) = Preis (CNY/kg) geteilt durch den Wechselkurs, mal 31,1035 geteilt durch 1.000.
Warum liegt der Silberpreis in Shanghai über dem Weltmarktpreis?
Der Aufpreis entsteht aus der besonderen Struktur des chinesischen Marktes: Importquoten der Zentralbank begrenzen das Angebot, während Schmuckfertigung und Industrie (allen voran die Solarbranche) für anhaltend hohe Nachfrage sorgen. Kapitalverkehrskontrollen erschweren die Arbitrage zwischen China und dem Westen, so dass sich der Abstand nicht sofort schließt.
China produziert über 80 Prozent der weltweiten Solarmodule, und jedes Modul enthält bis zu 20 Gramm Silber. Zieht die Industrienachfrage an, weitet sich der Shanghai-Aufpreis häufig aus, oft bevor die westlichen Märkte reagieren. Deshalb beobachten auch Anleger außerhalb Chinas den Kurs der SGE.
Die chinesische Einfuhrumsatzsteuer von 13 Prozent auf Silber ist im ausgewiesenen Aufpreis nicht enthalten: Sowohl der SGE-Kurs als auch der westliche Spotpreis sind Nettopreise vor Steuern. Die Steuer erhöht aber die Einstandskosten der Importeure und sorgt für zusätzliche Reibung, die Abweichungen zwischen beiden Märkten länger bestehen lässt.
SGE und COMEX im Vergleich: physischer Markt gegen Terminmarkt
Der wichtigste Unterschied zwischen Shanghai und New York ist die Abwicklung: An der SGE wechselt physisches Silber den Besitzer, an der COMEX werden überwiegend Papierkontrakte gehandelt und vor Fälligkeit glattgestellt.
| Merkmal | SGE (Shanghai) | COMEX (New York) |
|---|---|---|
| Funktion | Physischer Spotmarkt | Termin- und Derivatemarkt |
| Abwicklung | Physische Lieferung vorgesehen | Unter 1 Prozent physische Lieferung |
| Nachfragetreiber | Industrie (Solar), Schmuck, Anlage | Spekulation, Absicherung, ETF-Flüsse |
| Rolle in der Preisbildung | Physischer Referenzmarkt Asiens | Globaler Terminmarkt-Benchmark |
Wie viel physisches Silber hinter den New Yorker Kontrakten steht, zeigen unsere täglich aktualisierten COMEX-Silberbestände.
Häufig gestellte Fragen
- Warum hat Silber in Shanghai einen Aufpreis?
- Weil das Angebot in China durch Importquoten begrenzt ist, während die Nachfrage aus Industrie und Schmuckfertigung hoch bleibt. Kapitalverkehrskontrollen verhindern, dass Händler die Differenz sofort durch Arbitrage schließen. Der Aufpreis gilt deshalb als Echtzeitmaß für die physische Nachfrage in China; steigt er deutlich, folgt der Weltmarkt häufig nach.
- Wann handelt die Shanghai Gold Exchange?
- Montag bis Freitag mit einer Vormittagssitzung von 9:00 bis 11:30 Uhr und einer Nachmittagssitzung von 13:30 bis 15:30 Uhr Pekinger Zeit; Kontrakte mit aufgeschobener Lieferung wie Ag(T+D) werden zusätzlich in einer Nachtsitzung von 20:00 bis 2:30 Uhr gehandelt. Pekinger Zeit liegt der mitteleuropäischen Zeit je nach Sommerzeit sechs bis sieben Stunden voraus.
- Was bedeutet ein negativer Shanghai-Aufpreis?
- Ein negativer Aufpreis (Abschlag) bedeutet, dass Silber in Shanghai unter dem westlichen Spotpreis gehandelt wird. Das deutet in der Regel auf schwache chinesische Nachfrage, hohe lokale Lagerbestände oder einen festen Yuan hin, ist aber vergleichsweise selten und meist von kurzer Dauer.
- Ist die chinesische Mehrwertsteuer im Shanghai-Aufpreis enthalten?
- Nein. SGE-Kurs und westlicher Spotpreis sind beide Nettopreise vor Steuern; der ausgewiesene Aufpreis vergleicht damit Gleiches mit Gleichem. Die 13-prozentige Einfuhrumsatzsteuer auf Silber erhöht jedoch die Einstands- und Endkundenpreise in China und lässt Abweichungen zwischen beiden Märkten länger bestehen.
- Können Anleger aus Deutschland direkt an der SGE handeln?
- Der direkte Zugang zum Hauptmarkt der SGE ist zugelassenen chinesischen Instituten vorbehalten; qualifizierte internationale Institute können über das International Board (SGEI) in der Freihandelszone Shanghai teilnehmen. Privatanleger erhalten Zugang allenfalls über SGE-nahe ETFs, Programme in Hongkong oder über SHFE-Futures bei qualifizierten Brokern; für die meisten bleibt der SGE-Kurs vor allem ein Nachfrageindikator.